Top-Hotel

Datum 17.08.2011 18:01 | Thema: 

Top-Hotel

(Ludwig Fienhold, Autor und Korrespondent für Top-Hotel, Frankfurt)

Der Ailwaldhof im Ortsteil Klosterreichenbach gehört zu meinen Favoriten, weil hier Gastfreundschaft, Kochkunst, entspannende Atmosphäre und eine menschenfreundliche Preisgestaltung wohltuend zusammenfinden.
Dorothea und Bernhard Haist haben aus den bescheidenen Anfängen des elterlichen Unternehmens ein stattliches Hotel- und Naturresort geschaffen. Inzwischen wurde ein Neubau mit 30 Betten fertiggestellt, welcher einmal nicht im üblichen schweren Schwarzwaldbarock gehalten ist, sondern beschwingt mediterrane Leichtigkeit ausstrahlt. Auf zwölf Hektar eigener Wiesen und Wälder entwickelte sich ein reizvolles Reiseziel. Die Zimmer und Suiten, mit heimischen Fichtenhölzern in lichten Fragen gestaltet, bieten adrette Wohnkultur in unterschiedlichen Größen (26 bis 110 qm). Schmuckvollster Logierplatz, welcher mit den ersten Adressen in Baiersbronn und deren Spitzenzimmern mithalten kann, ist die „Grand-Cru-Erkersuite“ mit Blick über das Murgtal (Marmorbad mit Whirlpool sowie Fußbodenheizung, zwei separate Schlafzimmer, Bauernstube mit Kühlschrank und Stereoanlage, Loggia, zwei Balkone). Zu der romantisch abgeschiedenen Lage passt der geräuschlos dahingleitende Lift, wobei die Doppelschallschutztüren zumindest einem Städter nicht unbedingt notwendig erscheinen, es sei denn, er erschrickt vor Vogelgezwitscher.


Trotz der Vergrößerung des Ailwaldhofes hat man es immer noch mit einem relativ kleinen Familienbetrieb und seinen 10 Mitarbeitern zu tun. Hier zwischen Wald und Wiese erwartet man eigentlich höchstens den Förster und seinen Dackel. Einst wurde im Ailwaldhof auch nur für Wanderer eine Brotzeit zubereitet. Doch schon seit Jahren überrascht der einstige Bareiss-Zögling Bernhard Haist mit einer frischen Schwarzwaldküche, die Regionales und Mediterranes kombiniert. Filets von Saiblingen werden über Roterlenrauch so hinreißend würzig und saftig zubereitet, dass es eine Freude ist. Vieles ist auf rustikale Art raffiniert, wie etwa das hausgemachte Wildschweinmaultäschle im Safran-Teigmantel mit Rosmarinsauce und Kirschwasser nebst aromatischen Reisstrohpilzen, heimischen Wildpreiselbeeren und Kartoffeltalern. Erstklassig ist auch der glacierte Hirschkalbsbraten in Lembergersauce mit Weißtannenhonig und handgeschabten Spätzle. Probiert haben sollte man zudem die hausgemachten Semmelklöße mit weißen Trüffeln sowie das Rahmsüppchen von Alba-Trüffeln und Portwein. Die Desserts werden gern mit Schnäpsen vom Vater aufgespritzt, das Tannehonigparfait mit Zimt schmeckt jedoch auch ohne. Die väterlichen Brände haben Klasse – Trollinger Traubenbrand, Berggeist aus Weizenkorn, zehn Jahre gereifter Hausbrand von aromatischen Heidelbeeren. Im Weinkeller lagern über 400 verschiedene Sorten, vor allem aus Frankreich, Italien und Kalifornien, aber auch die Tropfen des Schwiegervaters, der mit seinem Rotweincuvée „Madeus B.“ aus Spätburgunder, Dornfelder und Lemberger ein beachtliches Tröpfchen gemacht hat. Der Service unter Dorothea Haist ist ländlich frisch und liebenswürdig, so wie es eben zur gesamten Atmosphäre passt. Nach einer Solchen Adresse muss man in Deutschland lange suchen. Gerade deswegen müsste sie längst vor allen einschlägigen Hotel- und Reiseführern gelistet und bewertet sein. Vielleicht liegt aber auch gerade in dieser „Vergessenheit“ ein Vorteil. Genießen wir, die es wissen, ganz einfach einen der sympathischsten und wahrhaftigsten Geheimtipps des Landes.



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